Es gibt keinen "schlechten" Boden

Einer der Hauptgründe für den Rückgang der biologischen Vielfalt ist der „gute Boden“ also die Aufdüngung vieler Flächen, auch solchen, die nicht der Nahrungmittelproduktion dienen. Überall wird als erster Schritt der Gestaltung von Gärten und Grünflächen nährstoffreicher „Mutterboden“ aufgebracht. Damit verschwindet die große Vielfalt natürlich vorkommender Böden und damit die Vielfalt der Lebensräume. 

Wer die Biodiversität fördern möchte, darf sich also über einen „schlechten“ Boden freuen, der vielleicht zu mager, zu trocken, zu staunass oder zu sauer ist. Hier können wir die Wildpflanzen ansiedeln, die genau an diesen Standort angepasst sind und viele konkurrenzstarke Arten nährstoffreicher gestörter Böden werden dort weniger Chancen haben. Solche konkurrenzstarken Arten, wie Ackerkratzdistel, Ackerwinde, Gänsedistel oder Brennessel überwuchern gerne die gepflanzten Arten, müssen also regelmäßig entfernt werden. Guter Boden macht Arbeit!

Aber was tun, wenn der Mutterboden nun mal da ist? Natürlich können wir auch hier einheimische Wildpflanzen ansiedeln. Die Arten sollten zwar konkurrenzstark sein aber auch nicht zum Wuchern neigen. Etliche gehören zu den traditionellen Bauerngartenstauden wie Akelei, Heil-Ziest, Pfirsichblättrige Glockenblume, Moschus-Malve oder Strand-Ehrenpreis, nur dass wir jetzt keine Gartensorten, sondern die echten Wildpflanzen verwenden. 

Wir können unsere Gourmets auch gut dazu verwenden, Lücken in einem vorhandenen Schmuckstaudenbeet aufzufüllen und so Schrittchen für Schrittchen der biologischen Vielfalt unter die Arme zu greifen. Das im Schmuckstaudenbeet sowieso übliche Zurückschneiden einzelner Exemplare kurz vor oder zu Beginn der Blüte  verhilft auch den Wildstauden zu einer längeren Blüte. 

Stängel im Winter stehen lassen

Und wenn wir nicht nur die Stängel der Wildstauden, sondern auch die Stängel der Prachtstauden mindestens über den Winter stehen lassen, wenn möglich auch länger, schaffen wir zusätzlich einen wichtigen Lebensraum für Insektenarten, deren Larven sich darin ernähren oder deren Puppen darin auf das nächste Jahr warten.

Nährstoffreiche Beete machen Arbeit. Wir jäten unerwünschte Beikräuter und begrenzen das Wachstum wuchernder Pflanzen, denn auf einem guten Boden wachsen fast alle Pflanzen gut, eben auch diejenigen, die wir hier nicht so gerne sehen. Wichtig ist, dass der Boden möglichst immer von den erwünschten Pflanzen bedeckt ist. 

Das Stehenlassen der Staudenstängel fördert die Selbstausaat der erwünschten Arten, sobald sich eine Lücke auftut. Bei der Anlage sollten immer auch einige Arten ausgesät werden, damit der Boden möglichst bald bedeckt ist. Denn hier gilt: Wer zuerst kommt, hat den Platz besetzt.

Mehr Infos finden Sie zum Beispiel hier:

Zum Video: Wie gestalte ich meinen Garten naturnah um?

Zum Tier-Pflanzen-Paar Heilziest & Garten-Wollbiene

Diese Wildstauden gehören zu den Gartengourmets. 

Pflanzpläne für Gartengourmets

Pflanzen Sie eine grüne Oase für heimische Tiere und Pflanzen und locken Sie mit echt heimischen Wildstauden Insekten, Vögel und weitere Tiere in Ihren Garten!

Mit unseren Pflanzplänen machen Sie einen (ersten) Schritt für mehr Biodiversität. Die Pflanzideen sind beispielhaft für 3 qm erstellt (1,40 x 2,10 m) und können als Vorlage für verschiedene individuelle Situationen vor Ort genutzt werden. Wenn die tatsächliche Fläche schmaler oder breiter ist, können Sie mit dieser Grundlage die Pflanzauswahl einfach und kreativ auf Ihre individuelle Situation vor Ort anpassen. Ist die Fläche doppelt so groß oder ähnlich, spiegeln sie einfach den Plan.

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„Tausende Gärten – Tausende Arten“ wird durchgeführt von:

Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V. WILA - Wissenschaftsladen Bonn tippingpoints - agentur für nachhaltige kommunikation

Kooperationspartner:

NaturGarten e.V. Verband deutscher Wildsamen und Wildpflanzenproduzenten Heinz Sielmann Stiftung
Sparkasse Berlin Eigenheimverband Deutschland e.V.

Gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch die Berlin Immo Invest Gruppe, die Berliner Sparkasse und den Eigenheimerverband Deutschland e.V.