Bei der Vorbereitung des Artikels haben wir zwei große Hirschkäfer-Fans kennengelernt. Uta Jaschke, die die Erzählung „Totholz für Luca“ geschrieben hat und auch Vorträge über Hirschkäfer hält, sowie Förster und Umweltwissenschaftler Dr. Markus Rink, der mit viel Engagement das Hirschkäferprojekt Cochem-Zell an der Mosel unterstützt.
Leider sind Hirschkäfer selten geworden. Der Hirschkäfer ist der größte unter unseren heimischen Käfern. Die Männchen mit ihren typischen „Geweihen“, die sie zum Kämpfen brauchen, können bis zu acht Zentimeter groß werden.
Bis zu sieben Jahre braucht eine Hirschkäferlarve bis sie in alten, abgestorbenen Baumstümpfen zu einem Hirschkäfer herangewachsen ist. Für das Leben auf der Erde bleiben dem Hirschkäfer dann nur etwa acht Wochen. In seinem kurzen Leben dreht sich alles um die Fortpflanzung und Arterhaltung.
Die Geschichte von Hirschkäfer Luca
Uta Jaschke hat ihren Garten in Iber in Niedersachsen selbst nach und nach umgestaltet und viel über Hirschkäfer gelernt. Ein Teil ihrer Erfahrungen ist in die Erzählung „Totholz für Luca“ geflossen. Der lateinische Namen des Hirschkäfers lautet „Lucanus cervus“ und hat Luca seinen Namen gegeben. Zwei ordnungsliebende junge Gartenbesitzer haben Eichen fällen lassen und etwas Holz hinter einer Laube aufgeschichtet. Irgendwann soll das vermodernde Holz entsorgt und Ordnung geschaffen werden, doch dann protestiert Hirschkäfer Luca und bittet darum, alles so zu lassen wie es ist. Es ist sein Zuhause und das seiner Nachkommen.
Baumstümpfe stehen lassen
Die Larven des Hirschkäfers benötigen morsches Holz als Nahrung. Das Weibchen legt seine Eier unter der Erde in bis zu 50 cm Tiefe an die Wurzeln von toten und absterbenden Bäumen oder unter halb im Boden liegende Stämme. Baumstümpfe von Eichen sind gut, aber auch Obstbäume oder andere Bäume und Douglasien werden angenommen. Also: Wer einen Baum abhaken möchte oder muss, sollte den Baumstumpf stehen lassen. Bis zu sieben Jahre lebt die Larve unter der Erde, ist das Nahrungsangebot groß, geht es manchmal auch etwas schneller. Erst danach verpuppt sie sich im Herbst und überwintert nochmals im Holz, in der sogenannten Puppenwiege. Im darauffolgenden Frühling, im Mai, gräbt sich der fertige Hirschkäfer an die Erdoberfläche. Das Leben über der Erde währt dann gerade einmal etwa 60 Tage und alles dreht sich in dieser kurzen Zeit um die Fortpflanzung und neue Eier unter einem morschen Eichenstamm abzulegen.
Die ausgewachsenen Hirschkäfer ernähren sich vom zuckerhaltigen Saft, der aus der Baumrinde von Eichen oder Birken austritt und den es gerade im Frühling reichlich gibt.
Uta Jaschke nimmt uns mit auf eine Reise in ihren wunderbaren Naturgarten in Iber bei Einbeck in Niedersachsen.
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„Tausende Gärten – Tausende Arten“ wird durchgeführt von:
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Gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch die Berlin Immo Invest Gruppe, die Berliner Sparkasse und den Eigenheimerverband Deutschland e.V.
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